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UNESCO-Welterbe
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UNESCO Welterbe in Korea

Der Begriff UNESCO Welterbe bezieht sich sowohl auf Kultur- als auch auf Naturerbestätten, die auf der Welterbeliste stehen. Im November 1972 beschloss die UNESCO das „Abkommen zum Schutz von Weltkultur- und Naturerbe“. Gemäß des Abkommens entscheidet die Welterbe-Kommission darüber, welche Stätten aufgrund ihres universellen Wertes schützenswert für die gesamte Menschheit sind und fasst diese auf der Welterbeliste zusammen. Mit Stand von Dezember 2016 gehören elf Kulturerben und eine Naturerbestätte aus Korea zum UNESCO-Welterbe.

Unabhängig davon werden von der UNESCO zudem das „Weltdokumentenerbe“ sowie das „Immaterialle Welterbe“ verwaltet. In diesem Kategorien ist Korea ebenfalls stark vertreten, und zwar mit dreizehn bzw. neunzehn Einträgen.

Weltkulturerbestätten

Die koreanischen Weltkulturerbestätten protzen nicht, sondern überzeugen mit einem ruhigen, einzigartigen Charme. Von steinzeitlichen Dolmengräbern bis zu Stätten der Joseon-Dynastie ist fast die gesamte Spannbreite der koreanischen Geschichte vertreten. Von kunstvollen Festungen, über prächtige Paläste bis hin zu ruhigen Tempeln ist insbesondere die Schönheit und Wissenschaftlichkeit koreanischer Baukunst zu bestaunen.

Insgesamt elf koreanische Kulturstätten sind auf der Liste der Weltkulturerbestätten registriert,darunter der Jongmyo-Schrein (1995); die Halle Janggyeong Panjeon des Tempels Haeinsa, die Aufbewahrungsstätte der Tripitaka Koreana (1995); die Grotte Seokguram und der Tempel Bulguksa (1995); die Festung Hwaseong (1997); der Palastkomplex Changdeokgung (1997); die Historischen Stätten von Gyeongju (2000); die Dolmenstätten Gochang, Hwasun und Ganghwa (2000); die Königsgräber der Joseon-Zeit (2009); und, schließlich, die historischen Dörfer Koreas Hahoe und Yangdong (2010); die Festung Namhansanseong (2014); die Historischen Stätten von Baekje (2015).

Weltnaturerbestätten

Die UNESCO legt in dieser Kategorie nach streng wissenschaftlichen und objektiven Kriterien fest, welche Naturlandschaften weltweit zu schützen sind.

Die Vulkaninsel Jeju verfügt über eine wunderschöne Natur, die aufgrund ihrer geologischen Besonderheiten und ihres ökologischen Wertes bedeutend ist. Im Jahre 2007 wurde die Insel Jeju-do unter dem Titel Vulkaninsel Jeju und ihre Lavahöhlen als UNESCO Weltnaturerbe eingetragen. Dazu gehören das Naturreservat Hallasan, das Geomunoreum Lavahöhlen-System und der Gipfel Seongsan Ilchulbong.

Immaterielles Kulturerbe

Eine internationale Kommission, die vom UNESCO-Generalsekretär eingesetzt wird, entscheidet alle 2 Jahre über die Aufnahme immaterieller Kulturgüter in die offizielle UNESCO-Liste des Immateriellen Kulturerbes. Designierte Kulturgüter stammen aus den Bereichen Sprache, Literatur, Musik, Tanz, Spiel, Mythen, Zeremonien, Bräuche, Handwerk etc. Hauptzweck ist der Schutz dieser immateriellen, aber nichtsdestotrotz bedeutenden Kulturtraditionen vor dem Aussterben.

Insgesamt 19 Beispiele koreanischen immateriellen Kulturerbes befinden sich auf der Liste, darunter: die Zeremonien am Jongmyo-Schrein und seine Musik (2001); der epische Gesang Pansori (2003); das Danoje-Fest in Gangneung (2005); der Tanz Ganggangsullae (2009); die Performance Namsadang-nori (2009); das buddhistische Ritual Yeongsanjae (2009); das schamanistische Ritual Chilmeoridang-yeongdeung-gut auf Jeju (2009); der Tanz Cheoyongmu (2009); Gagok, lyrische Liedzyklen begleitet von einem Orchester (2010); Falknerei, ein lebendiges Erbe der Menschheit (2010); Daemokjang, traditionelle Holzarchitektur (2010); Weben von Mosi (feines Ramie) in der Hansan-Region (2011); Taekkyeon, eine traditionelle koreanische Kampfkunst (2011); Jultagi, Seiltanz (2011); Arirang, lyrisches Volkslied in der Republik Korea (2012); Kimjang, Herstellen und Teilen von Kimchi (2013); Nongak, gemeintschaftliche Musik, Tanz und Rituale in der Republik Korea (2014); Juldarigi, traditionelles Tauziehen (2015); Kultur der Jeju Haenyeo (Taucherinnen) (2016).

Weltdokumentenerbe

Korea hat eine reiche und genaue Dokumentationstradition und man ist hier vielen anderen Ländern weit voraus. Oft auch „geistiges Erbe“ genannt, zeigen diese Überlieferungen genau die philosophischen, politischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Umstände, unter denen unsere Vorfahren gelebt haben. Dass diese wichtigen Dokumente über die Jahrhunderte bewahrt werden konnten, ist vor allem der hochwissenschaftlichen Lagermethode zu verdanken, die in Korea perfektioniert wurde.

Zu den koreanischen Dokumenten, die zu UNESCO-Weltdokumentenerbe ernannt wurden, gehören das Manuskript Hunminjeongeum (1997); Joseonwangjosillok, die Annalen der Joseon-Zeit (1997); Seungjeongwon Ilgi, die Aufzeichnungen des Königlichen Sekretariats (2001); Jikji Simche Yojeol, der 2. Band der „Anthologie der Lehren für Zen-Priester” (2001); die Druckstöcke der Tripitaka Koreana und andere buddhistische Schriften (2007); Uigwe, das Zeremonienprotokoll der Joseon-Dynastie (2007); Donguibogam, die Prinzipien und Anwendung der Östlichen Medizin (2009); Ilseongnok (2011); Manuskripte der demokratischen Bewegungen in Gwangju (2011); Nanjung Ilgi: Kriegstagebuch des Admirals Yi Sun-sin (2013); Archive des Saemaul Undong (New Community Movement) (2013); Konfuzianische Druckstöcke Koreas (2015), Archive der speziellen KBS Live-Übertragung „Finding Dispersed Families“ (2015).


<Stand: 22.09.2017> 

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