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Bräuche
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Familienleben
Im traditionellen Korea war die typische Familie verhältnismäßig groß und es lebten an die drei oder gar vier Generationen unter einem Dach.
Die Kindersterberate war sehr hoch, gleichzeitig galt eine große Familie aber als erstrebenswert. So bemühte man sich, möglichst viele Kinder in die Welt zu setzen.
Die rasch voranschreitende Industrialisierung und die mit ihr einhergehende Verstädterung in den 60er und 70er Jahren sorgten für einen starken Geburtenrückgang, so dass in den 80er Jahren zwei Kinder in einer Familie schon keine Selbstverständlichkeit mehr waren.
Der Konfuzianismus, nach dessen Regeln das gesamte Erbe an den ältesten Sohn übergeht,
ist bis heute im Gesellschaftsleben der Koreaner tief verankert, was zur Folge hat, dass Söhne den Töchtern vorgezogen werden. Um dieses Problem zu beheben, wurden alle familienbezogenen Gesetze reformiert, um den Töchtern im Falle einer Erbschaft gleiche Rechte einzuräumen. Meist verkomplizierte die Industrialisierung das Leben der Koreaner. Fast alle jungen Paare leben mittlerweile für sich, getrennt von ihren Eltern und Großeltern.
Namen
Die Zahl der koreanischen Familiennamen ist vergleichsweise begrenzt, weshalb viele Koreaner denselben Familiennamen tragen: Kim (rund 21%), Yi (oder Lee oder Rhee, 14%), Park (oder Pak, 8%), Choi (oder Choe), Jeong (oder Chung), Jang (oder Chang), Han, Lim usw. Ein koreanischer Name besteht aus dem Familiennamen, meist einsilbig, und einem Vornamen aus gewöhnlich zwei Silben. Der Familienname steht an erster Stelle.
Eine koreanische Frau ändert ihren Namen nicht mit der Heirat. Kinder tragen den Familiennamen des Vaters.
Heirat
Die Koreaner halten die Hochzeit für das wichtigste Ereignis im Leben und eine Scheidung wird nicht nur vom Ehepaar selbst, sondern von der ganzen Familie als eine Schande empfunden, selbst wenn die Scheidungsraten heutzutage eine steigende Tendenz verzeichnen.
Eine Hochzeitsfeier heute unterscheidet sich von den traditionellen Riten deutlich: Zunächst gibt es eine westliche Trauungszeremonie in einer Hochzeitshalle oder Kirche, wobei die Braut ein weißes Hochzeitskleid und der Bräutigam einen Smoking trägt. Einige Stunden nach der Trauungszeremonie folgt in einem Nebenraum eine traditionelle koreanische Hochzeitszeremonie in farbenfrohen Trachten.
Charye, Jerye & Jesa (Ahnengedenkfeier)
Nach altem Glauben verlassen die Seelen der Verstorbenen nicht gleich nach dem Tod diese Welt.
Vier Generationen lang verweilen sie in der Nähe ihrer Nachfahren. Während dieser Zeit werden sie weiter als Familienmitglieder betrachtet und die Koreaner halten den Kontakt zwischen den Ahnen und deren Nachfahren durch spezielle Ahnengedenkfeiern, die meist Jesa oder Jerye genannt werden. Spezielle Feiern zu besonderen Tagen wie Neujahr nach dem Mondkalender und Chuseok (Erntedankfest) werden Charye genannt. Viele Koreaner sind davon überzeugt, dass sie Glück und Wohlstand durch das Wohlwollen ihrer verstorbenen Ahnen erlangen können.
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Körpersprache
Wenn man jemanden herbeiwinken will, geschieht das mit nach unten gekehrter Handfläche und wedelnden Fingern. Es ist unhöflich, jemanden mit nach oben gekehrter Handfläche herbeizurufen, besonders mit nur einem Finger, da diese Geste nur für Hunde verwendet wird.
Ondol
Traditionelle koreanische Zimmer haben mehrere Funktionen. Sie werden nicht benannt oder nur für einen bestimmten Zweck genutzt. Es gibt kein Zimmer, das ausschließlich Schlafzimmer oder Esszimmer ist.
Vielmehr werden Schlafmatten oder Esstische hereingebracht, wenn sie benötigt werden. Die meisten Menschen schlafen und sitzen auf dicken Matten auf dem Fußboden. Unter dem Boden verlaufen steinerne oder zementierte Leitungen, durch die früher Heißluft zum Heizen geleitet wurde. Der Boden wurde mit Ton oder einer Zementschicht abgedeckt, um die Bewohner vor schädlichen Gasen zu schützen. Diese Art der Fußbodenheizung nennt sich Ondol. Heute verlaufen Warmwasserrohre unter dem Zementfußboden, der mit Linoleum ausgelegt ist.
Koreanisches Essen
Das koreanische Essen bietet eine große Vielfalt an Gaumenfreuden. Korea war einst eine Agrarnation, die schon seit Urzeiten Reis als Grundnahrungsmittel anbaute. Heutzutage stehen die verschiedensten Fleisch- und Fischspezialitäten auf dem Speiseplan, die mit verführerischen Gemüsevariationen serviert werden. Verschiedene eingelegte und fermentierte Nahrungsmittel wie Kimchi, marinierte Meeresspezialitäten und Sojabohnenpaste stehen für den ganz eigenen Geschmack der koreanischen Küche und zeichnen sich durch reiche Nahrhaftigkeit aus. Die Besonderheit der koreanischen Tischsitten besteht darin, dass alle Gerichte zur selben Zeit serviert werden. Je nach Rang und Stellung variierte in früheren Tagen die Anzahl der Beilagen von 3 in ärmeren Klassen bis zu 12 bei Mitgliedern der königlichen Familie. Die Anordnung der einzelnen Tellerchen hängt davon ab, ob ein Nudel- oder ein Fischgericht serviert wird. Es entwickelten sich bestimmte Tischsitten, die widerspiegeln, welche Rolle das Essen in der Gesellschaft einnimmt. Im Vergleich zu China und Japan greifen die Koreaner verhältnismäßig häufig zum Löffel, besonders wenn eine Suppe serviert wird.
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Gimjang
Gimjang heißt die traditionelle Art der Zubereitung von Winter-Kimchi, die über Generationen hinweg weitergegeben wurde. Da in den drei, vier Wintermonaten wenig Gemüse angebaut wird, findet zu Beginn des Winters Gimjang statt, wobei Vorräte dieses Grundnahrungsmittels angelegt werden. Für Koreaner ist eine Mahlzeit ohne Kimchi kaum vorstellbar.
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Traditionelle koreanische Kleidung (Hanbok)
Der Hanbok ist schon seit Jahrtausenden die traditionelle Tracht der Koreaner. Die farbenfrohe Eleganz der koreanischen Kultur findet ihren Ausdruck in den Trachten der Koreanerinnen, die diese bei besonderen Gelegenheiten tragen. Vor der Einführung westlicher Kleidung vor etwa hundert Jahren war der Hanbok die Alltagskleidung. Die Männer trugen Jeogori (koreanische Jacken) mit Baji (Hosen), während die Frauen Jeogori und Chima (Rock) trugen. Heute wird der Hanbok zu festlichen Anlässen, wie etwa bei Hochzeiten, zu Seollal (Neujahr nach dem Mondkalender) oder zu Chuseok (Erntedankfest) getragen.
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Traditionelles Wohnen in Korea
Ein traditionell koreanisches Haus wird als „Hanok“ bezeichnet. Ein „Hanok“ schafft einen Lebensraum ausgehend von der Harmonie zwischen Natur und Mensch. Dieser Aspekt findet sich nicht nur in der inneren Raumgestaltung, sondern spiegelt sich auch in den Materialien wider. Der Sommer in Korea ist schwül und heiß, während der Winter Eiseskälte mit sich bringt. Traditionell koreanische Häuser zeichnen sich dadurch aus, dass in ihren ganz mit Holz ausgestatteten Räumen im Sommer erfrischende Kühle und im Winter durch eine besondere Art der Fußbodenheizung namens „Ondol“ gemütliche Wärme herrscht. Diese Arten der Klimatisierung bzw.
Beheizung sind Erfindungen aus längst vergangenen Zeiten, aber so effektiv, dass man sie auch noch in den meisten Häusern heutzutage finden kann.
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