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Aufbau der Tempel
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2. Vom Iljumun-Tor zum Burimun-Tor
Nachdem wir Meere und Berge überwunden haben, kommen wir nun endlich an den Fuß des Berges Sumisan. Wir haben im Idealfall bereits alle schlechten Gedanken und allen Ballast abgeworfen und sind nun bereit, mit reinem Herzen den letzten Anstieg zum Gipfel des Sumisan zurückzulegen. Es trennen uns nur noch drei, manchmal auch vier Tore bis zum Gipfel, d.h. der Buddha-Halle.

Tor Iljumun (일주문 一柱門)

Das erste Tor zu Buddhas Welt ist das Iljumun. Obwohl man von den chinesischen Zeichen her vermuten könnte, dass es so heißt, weil es nur „eine Säule“ hat, ist das nicht die Bedeutung. Vielmehr geht es darum, dass die beiden Säulen exakt in einer Reihe stehen. Da die beiden Säulen durch ein gemeinsames Dach verbunden sind, symbolisieren sie die Einheit und Verbundenheit aller Wesen und die Einheit des Herzens. Als Ausdruck der Reinheit und Einheit des eigenen Herzens verbeugt man sich beim Passieren des Iljumuns einmal. Dies ist keine Unterwerfung, sondern eine Erinnerung daran, dass man selbst nicht besser ist als andere. An der Tafel des Iljumun steht meist nicht Iljumun, sondern der Name des Tempels, meist auch mit einer Ortsbezeichnung.

Tor Geumgangmun (금강문 金剛門)

Bei den meisten Tempeln folgt direkt auf das Iljumun das Sacheonwangmun (s. unten), doch manchmal liegt dazwischen auch das Tor Geumgangmun. Gibt es kein Geumgangmun, so sind die Geumgangyeoksa genannten Wächter meist zumindest als Wandmalerei am Sacheonwangmun zu sehen. Die beiden Wächter mit ihrem grimmigen, furchterregenden Blick schauen sich genau an, wer sie passiert. Sie dienen dazu Böses vom Tempel abzuhalten. Der eine der Wächter heisst Narayeon (나라연 那羅延) und ihm werden die Kräfte von einhundert Elefanten nachgesagt. Da er den Mund wie zum Schrei aufgerissen hat, wird er im Volksmund aber auch manchmal einfach „Ah“ genannt. Der andere Wächter heißt Miljeok (밀적금강 密迹金剛), was sich darauf bezieht, dass er hauptsächlich die Lehren des Buddhas bewahrt. Da er seinen Mund fest geschlossen hat, nennt man ihn im Volksmund „Hum“. Selbst diese Töne sind nicht rein zufällig gewählt, gilt doch „Ah“ als der Ton, mit dem das Universum beginnt und „Hum“ als der Ton, mit dem das Universum aufhört. Nimmt man beide zusammen, entsteht das auch unter Nicht-Buddhisten bekannte typische „Om“. Om fasst also Anfang und Ende des Universums zusammen, symbolisiert somit die Einheit des Ganzen.

Tor Cheonwangmun (천왕문 天王門)

Die vier Himmelskönige sitzen der Überlieferung nach in einem eigenen Tempel etwa auf der Mitte des Weges zum Gipfel des Sumisan. Sie sind eigentlich nicht-buddhistische Gottwesen, waren aber von den Lehren des Buddhas so ergriffen, dass sie beschlossen, diese ewig zu bewahren. Jeder der vier Könige bewacht eine Himmelsrichtung. Ihre Namen sind im Einzelnen: Jiguk Cheonwang (지국천왕 持國天王), Jeungjang Cheonwang (증장천왕 增長天王), Gwangmok Cheonwang (광목천왕廣目天王) und Damun Cheonwang (다문천왕 多聞天王). Ihre Attribute sind ein Schwert, ein Drache sowie eine Drachenperle, Dreizack und Pagode sowie eine Bipa genannte Leier. Unter den Füßen der Himmelskönige befinden sich allerlei Wesen, die sich mit Schuld beladen haben. Diese Wesen können im übertragenen Sinne auch als die schlechten Gedanken betrachtet werden, die wir in unserem Herzen tragen und die hier von den Himmelskönigen verscheucht werden. Dies ist auch nötig, denn der Weg zum Gipfel und damit zu Buddha ist noch lang.

Burimun (불이문 不二門)

Nach all den Vorbereitungen betritt man durch das Burimun nun endlich das sogenannte „Buddhaland“ (불국정토 佛國淨土). Der Name des Tors ist „Nicht zwei“, was heißen soll, dass hier alle menschgemachten Trennungen und Teilungen aufgehoben werden. Hier werden das Ich, Himmel, Berg und alle Lebewesen eins. Es gibt kein Ich und Du mehr, kein richtig und kein falsch. Dies ist die Befreiung, die im Buddhismus Nirvana genannt wird. Deswegen nennt man dieses Tor im Buddhismus auch „Nirvanator“, auf Koreanisch Haetalmun (해탈문 解脫門) oder Geungnakmun (극락문 極樂門).

Beomjonggak (범종각 梵鐘閣) und Samul (사물 四物)

Nach dem Burimun kommt man am Glockenpavillon des Tempels vorbei, der entweder Beomjeonggak oder auch Beomjongnu (범종루 梵鐘樓) genannt wird. Dort gibt es die Samul genannten vier Instrumente der Tempelmusik, nämlich die Beomjong (범종 梵鐘) genannte Glocke, die Beopgo (법고 法鼓) genannte Trommel, den Holzfisch Mogeo (목어 木魚), und die sogenannte Wolkenplatte Unpan (운판 雲版). Diese vier heiligen Instrumente gelten als Mittel zur Verbreitung der Lehren Buddhas, sodass jedes Lebewesen sie wahrnehmen kann.
Die Glocke Beomjong führt die Lebewesen in Himmel und Hölle an. Am Morgen wird sie 28 mal geschlagen, am Abend 33 mal. Es gibt viele verschiedene Erklärungen für die Herkunft der Zahl der Schläge, aber die am weitesten verbreitete ist, dass mit den 28 Schlägen die Wesen der 28 Himmel und Höllen geweckt werden und abends mit den 33 Schlägen alle Türen und Tore zum Doricheon-Himmel (도리천 忉利天) geschlossen werden.

Die Trommel Beopgo, die wörtlich sogar „Trommel der Lehre“ heißt, hat die Aufgabe, die Lehre des Buddha allen Wesen auf der Erde näherzubringen. Besonders ist, dass die Trommel auf einer Seite mit dem Leder einer Kuh bespannt ist, auf der anderen Seite mit dem Leder eines Stiers, sodass selbst hier die Balance zwischen Yin und Yang gewahrt bleibt.

Die Wolkenplatte Unpan dient dazu, den Wesen, deren Seelen zwischen den Welten umherschwirren, und allen Lebewesen in der Luft Anleitung zu geben. Sie ist meist in Wolkenform aus Bronze oder Eisen gefertigt.

Die Holzfisch Mogeo ist für die Anleitung der Lebewesen des Wassers zuständig. Das Instrument sieht aus wie es heißt: ein großer hölzerner Fisch, dessen Unterseite jedoch offen ist. Im Hohlraum werden Holzstäbe angeschlagen, was ein sehr rhythmisches Geräusch gibt. Der Fisch ist zudem im Buddhismus ein sehr symbolhaftes Tier, da er niemals die Augen schließt und schläft. Genauso soll ein guter Buddhist immer wachsam bleiben und sich selbst kontunierlich prüfen.

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