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Aufbau der Tempel
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4. Buddha-Halle & Bodhisattva-Figuren

Halle Jeongmyeolbogung (적멸보궁 寂滅寶宮)

Hier werden die echten Körperreliquien des historischen Buddha Shakyamuni aufbewahrt. Wenn in einer Buddhahalle echte Reliquien des Buddha aufbewahrt werden, dann gibt es keine Buddhastatue, da durch die Reliquie die Präsenz von Buddha und seinen Lehren ja bereits deutlich ist. Das Jeongmyeol im Namen der Halle bedeutet „Loslassen von allen weltlichen Begierden“ und ist gleichbedeutend mit dem Nirvana. Einfach ausgedrückt ist ein Jeongmyeolbogung also der Nirvana-Palast. In Korea gibt es fünf solche Nirvanapaläste mit echten Reliquien des Buddhas: die Einsiedelei Bongjeongam im Gebirge Seoraksan, den Tempel Sangwonsa im Gebirge Odaesan, den Tempel Jeongamsa im Gebirge Taebaeksan, den Tempel Beopheungsa im Gebirge Sajasan und den Tempel Tongdosa am Berg Yeongchuksan.

Halle Daeungjeon (대웅전 大雄殿)

In einer Daeungjeon-Halle wird meist der historische Buddha Shakyamuni verehrt, der auf Koreanisch Seokgamuni (석가무니) heißt. Daeung bedeutet „großer heldenhafter Mann“ und ist ein Ehrentitel, der aus dem Sutra Beophwagyeong (법화경 法華經) stammt. Die Existenz des historischen Buddhas ist nachgewiesen. Er war ein Adliger aus dem Geschlecht der Shakya und lebte vor etwa 2.600 Jahren im heutigen Indien. Ikonologisch wird er meist vom Bodhisattva Munsu (문수보살 文殊菩薩) und vom Bodhisattva Bohyeon (보현보살 普賢菩薩) begleitet. Dabei steht Munju, der auf Sanskrit Manjusri heißt, für Weisheit. Bohyeon, die auf Sanskrit Samantabhadra genannt wird, steht für Mitgefühl und Erfüllung. Manchmal gibt es in der Halle zudem Statuen des Bhaysajraguru, der im Deutschen als Medizinbuddha bezeichnet wird und auf Koreanisch Yaksa (약사 藥師) heißt. Ebenso ist, wenn auch selten, der Buddha Amitabha, auf Koreanisch Amita (아미타 蛾眉陀) zu sehen.

Halle Daejeokgwangjeon 대적광전(大寂光殿)

In dieser Halle wird der Buddha Vairocana verehrt. Dieser Buddha, auf Koreanisch Birojana (비로자나) genannt, ist der Meister des Sutras Hwaeomgyeong und verkörpert in sich die buddhistische Lehre. Birojana bedeutet Licht oder Sonne. Im Lichtstrahl der Weisheit, den er ausstrahlt, erscheint die Wahrheit in absoluter Klarheit. Diesen Lichtstrahl nennt man Daejeokggwang (대적광 大寂光) und nach dem Licht ist diese Halle benannt. Den Vairocana-Buddha erkennt man auf einen Blick an seiner Handhaltung. Er hält etwa auf Brusthöhe seinen linken Zeigefinger empor und umschließt diesen mit der Faust der rechten Hand. Dies nennt man die Weisheitsfaust Jigwonin (지권인 智拳印). Links und rechts des Vairocana findet man meist einen Nosana-Buddha und einen Seokgamuni-Buddha.

Halle Geungnakjeon (극락전 極樂殿) bzw. Muryangsujeon (무량수전 無量壽殿)

In der Halle Geungnakjeon wird der Buddha Amitabha verehrt. Man sagt, er halte sich im Reinen Land des Westens Seobangjeongto (서방정토 西方淨土) auf. Rein heißt ein Land immer dann, wenn ein Buddha in ihm wohnt. Im Reinen Land gibt es keinerlei Beschwernisse und Sorge, kurzum, es ist ein Paradies der größten Freude, worauf sich das „Geungnak“ im Namen der Halle bezieht. Amitabha kommt aus dem Sanskrit und bedeutet soviel wie unendliches Leben, unendliches Licht. Amitabha ist es, der die Sterbenden ins Reine Land bringt und ihnen den Schmerz nimmt. Wer im Augenblick des Todes Amitabha anruft, dem wird geholfen. Links und rechts von Amitabha gesellen sich die Bodhisattvas Gwanseeum und Daeseji. Anstatt Daeseji kann zudem auch Jijang auftauchen, der oft als der „Rechtanwalt der Toten“ bezeichnet wird, weil er die Seelen vor dem Höllengericht verteidigt.

Halle Yaksajeon (약사전藥師殿) bzw. Yurigwangjeon (유리광전 琉璃光殿)

In dieser Halle wird der Medizinbuddha Yaksa verehrt. Er lebt im Reinen Östlichen Land des Lapislazuli. Er hilft den Kranken, heilt die Beschwerden der Leidenden und hilft dabei, die höchste Form der Buddhaschaft, die der reinen Weisheit, zu erreichen. In einer Hand hält er als Symbol seiner Heilkraft eine Medizinschale. Links und rechts wird er von den Bodhisattvas Sonnenschein bzw. Ilgwang (일광 日光) und Mondschein bzw. Wolgwang (월광 月光) begleitet.

Halle Mireukjeon (미륵전 彌勒殿) bzw. Yonghwajeon (용화전 龍華殿)

Hier wird der Maitreya-Buddha, bzw. auf Koreanisch Mireuk verehrt. Der Legende nach wird der Maitreya in über 56 Milliarden Jahren auf die Erde kommen. Er wird daher auch als der Buddha der Zukunft bezeichnet. Er bereitet sich jedoch bereits jetzt im Tushita-Himmel, auf Koreanisch Doseolcheon (도솔천 兜率天) auf seine Rolle vor und unterrichtet die dort Anwesenden. Mireuk bedeutet Mitgefühl und Freundschaft. Die Prophezeiung sagt, dass er unter einem Baum die Erleuchtung erlangen und bei drei Lehrreden die unvorstellbare Menge von 30 Milliarden Wesen unterrichten wird. Mit eindringlichen Gebeten wenden sich die Gläubigen oft an Maitreya und flehen ihn an, doch bereits jetzt auf die Erde zu kommen und sie anzuleiten.

Halle Gwaneumjeon (관음전 觀音殿) bzw. Wontongjeon (圓通殿)

In dieser Halle wird der wohl bekannteste Bodhisattva mit Namen Avalokiteshvara verehrt. Auf Koreanisch heißt er Gwanseeum. Avalokiteshvaras Name stammt daher, dass er alle Rufe der Gläubigen hört und Mitgefühl an alle Lebewesen verteilt. Da diese Kraft unerschöpflich und überall spürbar ist, nennt man ihn auch Wontongdaesa, worauf sich der alternative Name der Halle bezieht. Es gibt unter den Gwanseeum-Statuen solche mit 42 Händen, 1.000 Händen, 1.000 Augen oder 11 Gesichtern. All dies sind bildliche Ausdrücke der Allmacht dieses Bodhisattvas, der mit übermenschlicher Kraft allen Menschen zu helfen versucht.

Halle Jijangjeon (지장전 地藏殿) bzw. Myeongbujeon (명부전 冥府殿)

Im Jijangjeon wird der Bodhisattva Jijang verehrt, der auf Sanskrit Ksitigharba heißt. Dieser Bodhisattva hatte bereits Buddhanatur erreicht, schwor sich jedoch, nicht eher ins Paradies einzugehen als bis er auch das letzte Wesen aus den Höllen befreit hat. Die Entscheidung, ob und in welche Hölle man nach seinem Tod kommt, wird Myeongbu genannt, und man kann sich den Vorgang als Gerichtsprozess vorstellen. Zehn Höllenkönige sind die Richter und hören die Wesen an, wobei Jijang die Rolle des Rechtsanwalts übernimmt und so versucht, die Seelen in eine möglichst gute Welt zu führen. Doch Jijang tut dem traditionellen Verständnis nach auch im realen Leben bereits viel Gutes, weshalb eine Verengung auf seine Rolle als Anwalt der Toten nicht ganz richtig ist.

Halle Yeongsanjeon (영산전 靈山殿) bzw. Palsangjeon (팔상전 八相殿)

Der Name dieser Halle bezieht sich auf den Ort, an dem Buddha seine Lehrreden gehalten hat. Dieser Ort wird im Koreanischen Yeongsan genannt. In einer solchen Halle gibt es wie in der Buddhahalle eine Buddhastatue, das Besondere ist aber, dass sie hier von Schülern umgeben wird. Ebenso sind in einer solchen Halle oft Wandgemälde mit acht Szenen aus dem Leben des Buddha zu sehen, die Palsangdo (팔상도 八相圖) genannt werden. Der alternative Name Palsangjeon bezieht sich somit auf die Malereien, während der Name Yeongsanjeon auf die Beziehung der Statuen zueinander verweist.

Halle Eungjinjeon (응진전 應眞殿) bzw. Nahanjeon (나한전 羅漢殿)

In einer solchen Halle werden die Schüler des Buddhas verehrt, die die Arhatschaft erreicht haben, die höchste Stufe der Erleuchtung. Menschen, die dies erreicht haben, werden im Koreanischen Nahan, auf Sanskrit Arhat genannt. Der Name Eungjinjeon wiederum bezieht sich auf den Umstand, dass diese Arhat immer von Wahrheit umgeben sind, was im Koreanischen als Eungjin bezeichnet wird. In den Hallen werden die Nahan immer in Gruppen zu 16, 18 oder 500 aufgestellt. Sie sind keine stilisierten Figuren wie die Buddhafiguren, sondern stellen ganz normale Anhänger dar mit sehr menschlichen Attributen, womit sie einem sehr normal und „nahbar“ vorkommen.

Halle Daejangjeon (대장전 大藏殿) bzw. Janggyeonggak (장경각 藏經閣)

In diesen Hallen werden heilige Bücher oder die Druckplatten zum Druck solcher Bücher und Schriften aufbewahrt. Deshalb werden sie manchmal auch Beopbojeon („Halle zur Bewahrung der Lehre“) genannt oder noch einfacher Panjeon („Druckplattenhalle“). Als Symbol der Weisheit, die hier aufbewahrt wird, gibt es in der Mitte der Halle meist eine Statue von Buddha Vairocana, oder eine Statue des Buddha Shakyamuni, die ihn beim Unterrichten seiner Schüler zeigt.

Halle Josajeon 조사전(祖師殿)

In diesen Hallen werden für den Tempel wichtige Mönche verehrt. So werden meist der Changgeonju (창건주 創建主) und der Jungchangju (중창주 重創主) des Tempels in einer Josajeon-Halle verehrt. Josa ist ein Begriff für den Gründer einer buddhistischen Glaubensrichtung oder denjenigen, der sie weitergegeben hat. Changgeonju bezeichnet den Mönch, der den Tempel gegründet hat und mit seinen Lehren die geistige Grundlage für den Tempel geschaffen hat. Ein Jungchangju ist jemand, der den Tempel nach einer Krise wieder groß gemacht oder bedeutend geprägt hat.

Pavillon Samseonggak (삼성각 三聖閣)

In diesem Pavillon werden Elemente aus dem Volksglauben in die buddhistische Verehrung mit aufgenommen. So werden hier Chilseong (칠성 七星), Dokseong (독성 獨聖) und Sansin (산신 山神) verehrt. In großen Tempeln gibt es für alle drei einen eigenen Pavillon, in kleineren werden sie gemeinsam verehrt.
Chilseong ist hierbei das Sternbild des Großen Wagen. Das helle Licht dieses Sternbilds war seit alters her ein verehrenswürdiges Phänomen, das sogar Gegenstand einer eigenen Glaubensrichtung ist. Dokseong bezeichnet einen Heiligen, der ganz allein im Berg Cheontaesan meditiert hat, um die Menschheit vom Übel zu erlösen. In Gemälden wird er als alter Gelehrter mit langem weißen Bart und buschigen Augenbrauen dargestellt. Ebenso ein typisch koreanisches Element ist die Verehrung des Berggottes Sansin. Koreaner haben seit alters her geglaubt, dass ihr Land und die sie schützenden Geister verbunden sind. In einem so bergigen Land wie Korea war der Berggott besonders wichtig und wurde für gute Ernte und Wohlergehen der Menschen angebetet. Der Berggott ist ebenfalls ein weißbärtiger, alter Mann, der allerdings von einem Tiger und meist einem jungen Diener begleitet wird.

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