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Einführung
“Ssireum” ist eine koreanische Variante des Ringens, die Jahrtausende koreanische Geschichte überlebt hat und sogar heute noch populär ist. An Festtagen wie Dano, Chuseok und Baekjung trafen sich früher die Bauern auf einem weiten Platz, von Sand oder Gras bedeckt, um Ssireum-Wettkämpfe abzuhalten. In den traditionellen Dorfgemeinschaften war es eine Form der Freizeitunterhaltung nach der anstrengenden Zeit des Reispflanzens oder der Ernte.

Für einen Kampf werden zwei Ringer benötigt, die mit Hilfe von Kraft und Technik versuchen, den jeweils anderen zu Boden zu ringen während sie den satba (eine Art Stoffgürtel, der um die Hüfte gebunden wird) des Gegners festhalten. Diese Mischung aus Technik, Fitness und Kraft ist es, die die Spannung und Erwartung bei den Zuschauern in die Höhe treibt.

Der Gewinner des Kampfes wird mit dem Titel "Cheonha Jangsa" (“Stärkster unter dem Himmel”) ausgezeichnet und er erhält einen Ochsen. Da Korea damals eine Agrargesellschaft war, war ein Ochse ein wertvoller Preis und für einen Bauern sogar der wertvollste Besitz. Der Gewinner feierte seinen Sieg, indem er auf dem Ochsen reitend den Ssireumpan (Wettkampfring) umkreiste.

Die Tradition des Ssireum lebt bis heute fort. An Feiertagen wie Mondneujahr und Chuseok gibt es Ssireum-Wettkämpfe mit dem Titel "Cheonha Jangsa" und sie werden landesweit übertragen. Auch Unterhaltungsprogramme widmen sich dann dem Sport und ein Teil der Prominenten bildet das Team Cheong (Blau), während die andere Hälfte das Team Hong (Rot) bildet, um anschließend gegeneinander anzutreten.
Geschichte
In der Zeit der “Drei Königreiche”
Eine Wandmalerei eines Ssireum-Wettkampfes wurde in der Gruft eines Adligen aus der Goguryeo-Zeit gefunden. Die Malerei zeigt einen älteren Mann, der zwei jüngere Kämpfer während eines Kampfes als Schiedsrichter begleitet. Interessanterweise ist einer der Kämpfer ein Ausländer aus Westasien mit großen Augen und einer Hakennase. Dies legt nahe, dass Ssireum ein internationaler Sport war. Eine ähnliche Wandmalerei gibt es auch in einem anderen Grab; hier sind über 40 Kämpfer zu sehen, was zeigt, wie beliebt der Sport damals gewesen sein muss.
Goryeo-Dynastie
In dieser Zeit wurde Ssireum zum ersten Mal schriftlich erwähnt. Eine historische Episode aus der Quelle Goryeosa (Geschichte Goryeos) besagt, dass König Chunghae die Staatsgeschäfte an seine Untergebenen weiterreichte, wenn er mit Ssireum beschäftigt war, was zeigt, dass sogar Könige diesen Sport sehr ernst betrieben.

Joseon-Dynastie
Eine Reihe von Aufzeichnungen und Illustrationen zu Ssireum sind aus der Joseon-Dynastie erhalten. Schriftliche Aufzeichnungen aus der frühen und mittleren Phase der Joseon-Dynastie, wie z.B. Joseon Wangjo Sillok (Annalen der Joseon-Dynastie) und Nanjung Ilgi (Tagebuch von Admiral Yi Sun-sin) erwähnen Ssireum. Später wurde der Sport auch beim Volk immer beliebter und wurde oft zum Motiv für Gemälde bekannter Künstler. Das wohl bekannteste von diesen ist Ssireumdo (Ssireum-Gemälde) von Kim Hong-do (siehe Bild). Auf dem Bild attackiert einer der Kämpfer den anderen mit der Technik Deulbaejigi (den anderen über den Bauch heben). Eine Gruppe enthusiastischer Dorfbewohner bildet einen Kreis um die Kämpfer, auch hier ein Beweis für die Popularität des Sports.
Moderne
Im Jahre 1912 wurde eine große Ssireum-Veranstaltung im Stadtteil Jongno von Seoul abgehalten. Im Jahre 1927 wurde die Joseon Ssireum Association gegründet und Ssireum erhielt einen erneuten Popularitätsschub. Im Jahre 1972 hielten die Korean Ssireum Association und KBS den „1. KBS-Cup – Das Nationale Jangsa Ssireum-Turnier” ab. Die Wettkämpfe dauerten 3 Jahre. Da die Wettkämpfe live und landesweit im Fernsehen übertragen wurden, erreichte die Popularität des Ringens erneut einen Hochpunkt und 10.000 Besucher füllten jeden Tag die Ränge der Wettkampfstätte.
Heute
Große Ssireum-Wettkämpfe warden noch heute an Feiertagen abgehalten. Der Mondneujahrs-Jangsa-Ssireum-Wettkampf und der Chuseok-Jangsa-Ssireum-Wettkampf sind die bekanntesten und locken viele Kämpfer an. Der Sport ist inzwischen global und Ssireum-Wettkämpfe werden in den USA, Japan und China abgehalten. Neuerdings tauchen Ssireum-Kämpfer auch in anderen Kampfsportarten auf. Ein gutes Beispiel dafür ist Choi Hong-man, ein ehemaliger Cheonha Jangsa, der nun sehr populär in der K1 kämpft.

Wettkampf und Regeln
Regeln
Ein Ssireum-Kampf wird in einem Ring von acht Metern Durchmessern und griffigem Sand absolviert. Die beiden Ringer knien auf dem Boden und greifen den satba des Gegners. Wenn beide aufstehen, beginnt auf ein Signal des Schiedsrichters hin der Kampf. Derjenige, der als erstes mit irgendeinem Körperteil über dem Knie den Boden berührt, ist besiegt. Wenn einer der Kämpfer aus dem Ring geht, findet eine Kampfwiederholung statt. Ein Kampf dauert zwei Minuten und nach einer Minute wird für eine Minute unterbrochen.
Der Gewinner wird entweder in einem einzelnen Kampf entschieden oder in einem Best-of-three-Verfahren. In einem Einzelkampf wird die Entscheidung also aufgrund einer einzigen Runde gefällt. Wenn es keinen Gewinner gibt, verliert derjenige, der eine Verwarnung kassiert hat. Wenn keiner eine Verwarnung kassiert hat, gewinnt der leichtere der beiden. Bei einem Match aus drei Runden gewinnt derjenige, der 2 Runden für sich entschieden hat. Wenn es nach drei Runden 0:0 oder 1:1 steht, wird der Gewinner genauso wie beim Einzelkampf bestimmt.


Gewichtsklassen
Die Ringer sind in vier Gewichtsklassen unterteilt: Baekdu, Halla, Geumgang und Taebaek. Bei den großen Wettkämpfen wird in jeder Gewichtsklasse ein Sieger bestimmt. Die Details der Gewichtsklasseneinteilung lauten wie folgt:

• Baekdu: 105.1 Kg und mehr
• Halla: 90.1 Kg ~ 105.0 Kg
• Geumgang: 80.1 Kg ~ 90.0 Kg
• Taebaek: 80.0 Kg und weniger

Es gibt auch Wettkämpfe, bei denen das Gewicht keine Rolle spielt.
Kasten> Was ist ein Satba?
Ein Satba ist ein Stoffgürtel, um die Ringer festzuhalten. Ein Ring, 14 cm länger als ein Schenkel, wird zuerst um den rechten Oberschenkel und dann um die Hüfte gebunden. Der Satba dient auch zur Identifizierung der Kämpfer als Mitglieder der roten oder der blauen Mannschaft. Eigentlich waren die Satba weiß und schwarz, aber seit 1983 sind sie blau und rot. Dies repräsentiert das Taegeuk-Muster (Yin und Yang).

Technik
Auf der Spitze des Ssireum kommt es auf eine Menge Techniken für Hand, Bein und Hüfte an. Diese Techniken können selbst einem sehr kleinen Herausforderer zu einem Vorteil verhelfen. Im Folgenden einige Haupttechniken des Ssireum:
Andari geolgi (von innen heraus umwerfen)
Mit dem rechten Fuß dreht man das linke Bein des Gegners von innen nach außen und drückt ihn mit der Schulter auf den Boden.
Batdari geolgi
Man zieht den Gegner mithilfe eines Griffs an den Satba ganz nah zu sich heran und benutzt seinen rechten Fuß, um den rechten Fuß des Gegners zu enthebeln.
Deulbaejigi
Deulbaejigi ist eine Technik, bei der man den Gegner wegwirft, nachdem man ihn über den Bauch gehoben hat. Es gibt hierbei zwei Vorgehensweisen. Zum einen kann man im Moment des Anhebens das rechte Knie nehmen, um sein rechtes Knie wegzuschlagen und um ihn dann zu werfen. Die andere Möglichkeit ist, ihn in Verteidigungsposition wegzutreten. Das Bild zeigt die erste Variante.
Kkokdwijipgi (Umkippen)
Man nimmt die rechte Hand vom Satba und benutzt die Handfläche, um den Nacken des Gegners herunterzudrücken und ihn so zu Boden zu werfen.
“Like a Virgin” – Ein Film über Ssireum
Im Jahr 2006 wurde eine koreanische Satire über Ssireum gedreht. Aufgrund seines Informationsgehaltes war er sehr populär. Es ist sehr lohnenswert, sich diesen Film über Ssireum anzuschauen und mehr über diese traditionelle Volkssportart zu lernen, die langsam aus dem kollektiven Gedächtnis zu verschwinden droht.
Inhalt
Oh Dong-ku ist ein ganz normaler Oberschüler mit einem außergewöhnlichen Talent. Trotz seiner Fülligkeit glaubt er, dass er eine Frau ist, die in einem Männerkörper gefangen ist. Zu Hause will er sich anziehen wie eine Frau und schminkt sich. Sein Traum ist es, so perfekt wie Madonna zu werden, und zwar durch eine Geschlechtsumwandlung.
Als er erfährt, dass der Gewinner eines Ssireum-Wettbewerbes, der bald stattfinden wird, 5 Millionen Won an Preisgeld kassiert, beschließt er, mit diesem Sport zu beginnen, um schließlich eine Frau werden zu können. Doch aufgrund seiner Weiblichkeit stößt er auf einige Probleme. Wird er wirklich ein Ssireum-Kämpfer und kann er sich vom Preisgeld seinen Traum erfüllen?
Kommentar
Der Film beschreibt auf witzige Art wie Oh Dong-gu als Fremder den Sport meistert. Gerade für Ausländer als komplette Neulinge ist der Film interessant, da die Regeln, Techniken und Details des Wettkampfes alle sehr eingängig beschrieben werden. Wollen Sie sich die DVD kaufen? Gehen Sie zu Seoul Collection! (Klicken Sie hier!)
Schauen Sie sich Bilder vom Drehort an und werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen.
Link zum Blog: http://blog.naver.com/donggu_donna

Fotos
Die Fotos wurden von der Korea Ssireum Association zur Verfügung gestellt.
 

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