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Geschichte des Koreanischen Films
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Der koreanische Film hat in letzter Zeit ohne Frage auf allen Ebenen eine Renaissance erlebt. Um die Jahrtausendwende sorgten die ersten echten Blockbuster wie „Swiri“ (1999), „Joint Security Area“ (2000) und „Friend“ (2001) für ein gesteigertes Interesse an den einheimischen Filmen. Diese Kinohits waren ein echter kommerzieller Erfolg und die Gewinne wurden wieder in neue Filme investiert. Dies beförderte eine nie dagewesene Vielfalt der Themen. Der Schlüssel dieses Erfolgs liegt schlussendlich also bei den treuen Kinofans, die seit dieser Zeit den Filmen des eigenen Landes Vorzug vor denen aus Hollywood schenken. Ins Kino zu gehen ist heute eine der beliebtesten Freizeitbeschäftigungen der Koreaner und überall sprießen riesige Multiplex-Kinos neu aus dem Boden. Der Trend zum Kino insgesamt und zum koreanischen Film im Speziellen ist also keine Eintagsfliege. Im Folgenden stellen wir Ihnen einen kurzen Abriss der Entwicklung des koreanischen Films vor.
Koreanische Filme  Koreanische Filme  Koreanische Filme  : The Surrogate Womb, 1986

Obwohl Korea längst nicht immer die Mittel anderer Nationen hatte, gab es bereits sehr früh qualitativ hochwertige koreanische Filme: Die ersten Filme, hauptsächlich Kurzfilme, wurden bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts gedreht. Gleichzeitig entstanden natürlich die ersten Kinos, obwohl sich damals nur die Allerreichsten dieses Spektakel leisten konnten.

In den 1960er Jahren wurden Sin Seong-il und Eom Aeng-ran mit dem Film „Maenbalui cheongchun“ („Barfüßige Jugend“, 1964) zu gefeierten Kinostars. Trotz eines Einbruchs durch die Ausbreitung des Fernsehens in den 70er Jahren konnten Liebesfilme wie „Der Marsch der Dummköpfe“ („Babodeului haengjin“, 1975), „Die Heimat der Sterne“ („Byeoldeului gohyang“, 1974 ) oder „Die Winterfrau“ („Gyeoul yeoja, 1975) große Erfolge verzeichnen. In dieser Zeit konzentrierte sich die Filmindustrie im Viertel Chungmuro, das in letzter Zeit mit einem eigenen Filmfestival und renovierten Kinos wieder erfolgreich an die Glanzzeiten der Vergangenheit anknüpft.

In den 1980ern begann dann, ein frischer Wind durch die koreanische Kinowelt zu wehen. Koreanische Filme drängten auf die internationale Bühne und gewannen prompt einige der begehrtesten Preise. Dies steigerte ihren Bekanntheitsgrad wiederum noch weiter. Bei den 44. Filmfestspielen in Venedig, 1986, gewann der Film „Suffogate Womb“ („Ssibaji“, 1986) des Regisseurs Im Gwon-taek den Preis für die beste Schauspielerin. Für die Krönung sorgte dann Bae Yong-yeon, als er mit „Why has Bodhi-Dharma left for the East?“ („Dalmaga dongjjok-euro gan kkadakeun?“, 1989) auf den 42. Filmfestspielen in Locarno den Preis für den besten Film gewann.

In den 90er Jahren zog der Regisseur Im Gwon-taek erneut die Aufmerksamkeit auf sich, als er auf der Premiere der Internationalen Filmfestspiele in Shanghai mit „Seopyeonje“ (1993) sowohl den Preis für den besten Regisseur als auch für die beste Schauspielerin einheimste. Im wurde übrigens 2005 auf der Berlinale mit dem Preis für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Er ist damit der erste koreanische Regisseur, dem dies gelang.

Koreanische Filme : JSA Um die Jahrtausendwende machte der koreanische Film dann sowohl quantitativ als auch qualitativ noch einmal einen beachtlichen Sprung. Die Kinoszene, die von Chungmuro in den 80ern nach Jongno weitergewandert war, war nun zu groß für nur ein bestimmtes Viertel: Überall wurden neue Filmunternehmen gegründet und in quasi jedem Viertel wurden riesige Multiplex-Kinos aus dem Boden gestampft. Die Themen der nun massenhaft gezeigten Filme, früher fast ausschließlich Liebesgeschichten, wurden spürbar vielfältiger: Von Parabeln auf das Leben an sich und anrührende Familiengeschichten bis hin zu Gangsterkomödien und Politthrillern sorgten für die bessere finanzielle Ausstattung und die immer weitere Lockerung der Zensur für eine Blütezeit kreativer Filmkunst.

Im deutschsprachigen Raum waren es jedoch interessanterweise nicht die Kassenschlager aus Korea, die den koreanischen Film berühmt machten, sondern Arthouse-Filme wie diejenigen Kim Ki-duks. Sein episches Meisterwerk „Frühling, Sommer, Herbst, Winter ... und Frühling“ hielt sich wochenlang in den Spitzenplätzen der deutschen Kinocharts. Auch Park Chan-wook, dessen Filme vielfach auf europäischen Festivals ausgezeichnet wurden, erfreut sich einer treuen Fangemeinde im deutschsprachigen Raum. Park hat bereits über 20 internationale Preise gewonnen, darunter 2011 mit seinem Bruder den Kurzfilmpreis der Berlinale mit dem ersten auf einem iPhone gedrehten Film der Welt. Erfolgreich waren aber auch andere koreanische Regisseure. So gewannen 2010 Altmeister Lee Chang-dong und Newcomer Hong Sang-soo beide in verschiedenen Kategorien der Filmfestspiele in Cannes.

Heute ist Korea einer der bekanntesten Filmmärkte der Welt und seit einiger Zeit kauft auch das einstmals übermächtige Hollywood Rechte an koreanischen Erfolgsfilmen, um sie neu zu verfilmen. Auch starten koreanische Filmstars vermehrt Aktivitäten in Hollywood selbst. Der große Erfolg hat die Regierung vor einigen Jahren dazu bewogen, die Schutzmaßnahmen für einheimische Filme (z.B. die Screen Quota, die vorgibt, wieviele koreanische Filme ein bestimmter Anbieter im Jahr zeigen muss) abzubauen. Trotz aller Befürchtungen hat sich das koreanische Kino auch ohne diesen Schutz gegen die ausländische Konkurrenz behauptet: Korea ist neben Indien einer der wenigen Märkte, in denen mehr einheimische Filme ins Kino kommen als ausländische.

Korea ist zudem inzwischen auch ein angesehener Veranstalter von Filmfestivals. Das traditionsreichste überhaupt ist wohl das Busan International Film Festival (BIFF), das als eines der besten in Asien gilt. Das Bucheon Fantastic Film Festival konzentriert sich auf den Bereich Fantasy und Animation. Auch Jeonju verfügt über ein jährlich wachsendes, eigenes Filmfestival.

* Die oben gezeigten Fotos wurden vom Jeju-Sinyong-Filmmuseum zur Verfügung gestellt.

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