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Was ist Jesa ?
Fotos : HiSeoul Photo
Jesa ist ein Ritual, das den Respekt und die Fürsorge der Nachfahren für ihre Vorfahren zum Ausdruck bringt. Im Hightechland Korea mögen Zweifel an der Aktualität dieser Sitte bestehen. Doch das Erweisen von Respekt gegenüber den Ahnen ist ein tief in der koreanischen Gesellschaft verwurzelter Brauch. Als der Konfuzianismus in Korea seine Blütezeit erlebte, markierte der Hyo (Respekterweisung vor Älteren) den zentralen Wert in der Gesellschaft. Auf Grund der häufigen Durchführung dieser Zeremonie wurde Korea manchmal sogar als „Jesa-Königreich“ bezeichnet. Auch heute existieren noch zahllose traditionelle Rituale für die eigenen Vorfahren, die über die „Vier Großen Jesa“ hinausgehen, wie z.B. die Jahreszeiten-Jesa, die Jesa für die eigenen Vorfahren, Jesa am Grab usw. Im Laufe der Zeit wurde die Anzahl der Jesa jedoch ein wenig verringert. Die Rituale zu jeder Jahreszeit wurden aufgegeben, sodass heute Jesa-Rituale nur noch zu Chuseok und Seollal sowie an den Todestagen der Eltern, der Großeltern, Urgroßeltern und Ururgroßeltern durchgeführt werden. Heutzutage wird oftmals auch die Zeremonie für die Generationen nach den Großeltern unterlassen. Strenggläubige Christen führen die Jesa-Zeremonie aus Glaubensgründen ohnehin nicht durch, sondern ersetzen sie durch eine einfache christliche Andacht für ihre Ahnen.

Dass Jesa bis heute durchgeführt wird, hängt aber auch damit zusammen, dass es nicht nur genutzt wird, um den Geistern der Vorfahren Respekt zu erweisen, sondern auch, um die Familie miteinander zu versammeln und somit « private Harmonie » zu pflegen. Allerdings kann die Vorbereitung der Jesa-Speisen in der hektischen modernen Gesellschaft Koreas auch zu einer extremen Belastung werden, die als eine der größten Schwierigkeiten für verheiratete Frauen angesehen wird. Aus diesem Problem resultiert das « Feiertagssyndrom ». Dieses Wort bezeichnet den Stress und die damit verbundenen Krankheitserscheinungen, denen vornehmlich Frauen an Feiertagen ausgesetzt sind, wenn sie die Jesa-Speisen, wie z.B. Pfannkuchen, einen ganzen Tag lang, oftmals ohne Pause, vorbereiten müssen.
Den Jesa-Tisch decken
Wie man den Tisch deckt, variiert von Region zu Region und von Haushalt zu Haushalt ein wenig. Die grundlegenden Regeln gelten jedoch wie unten dargestellt für alle gleichermaßen.

- Erste Reihe (von vorne) : Schnapsglas sowie Reis, Ddeokguk oder Songpyeon. Das Schnapsglas kommt nach links, die Speisen nach rechts. Das Besteck und das Essgeschirr ebenfalls nach links.
- Zweite Reihe : Fisch oder Fleisch nach dem Würzen auf Bambusspieße gesteckt (Jeok) oder eine Vielfalt an Gerichten mit Mehl wie Pfannkuchen (Jeon), danach weitere Fleisch- und Fischsorten, Tofu und Gemüse.
- Dritte Reihe : Suppen gehören in die dritte Reihe und zwar in der Reihenfolge Fleischsuppe, Tofu- oder Gemüsesuppe, Fischsuppe. Die Anzahl an Suppen kann man noch erweitern oder auch verringern.
- Vierte Reihe : In der vierten Reihe kommen ganz links getrocknete Weißfische und Tintenfische; nach rechts Sikhye (Reispunsch) oder Sujeonggwa (Zimtpunsch). Dazwischen kann man Beilagen wie verschiedene Salate und Spinat auftragen. Kimchi, Sojasauce und Rettich werden ebenfalls hier aufgetischt.
- Fünfte Reihe : In die letzte Reihe legt man meist Früchte ; von links nach rechts Datteln, Kastanien, Persimmonen (evtl. getrocknet), Birnen (Äpfel) etc. Sonstige Früchte haben keine feste Reihenfolge oder werden in der Reihenfolge Baumfrüchte, Rankfrüchte aufgetischt. Ans Ende der Früchte legt man schließlich die Süßigkeiten.

[Achtung!] Das sollten Sie beim Decken des Tisches beachten!
1. Da man sagt, dass Pfirsiche die Geister verscheuchen, verwendet man sie nicht auf der Jesa-Tafel.
2. Man verwendet außerdem nicht die auf „Chi“ endenden Fischarten, wie z.B. Ggongchi, Myeolchi, Galchi, Samchi etc.
3. Es gibt die Regel, salzige Speisen, scharfe Speisen und Speisen in extravaganten Farben zu vermeiden.
4. Man benutzt kein Chilipulver und keinen Knoblauch.
5. Zu Seollal kann man an Stelle von Reis die typische Reiskuchensuppe Ddeokguk auftischen, an Chuseok anstatt Reis die Reiskuchen Songpyeon.
Wann man Jesa durchführt
Jesa wird meist abends zwischen 23:30 Uhr und 24 Uhr durchgeführt. Früher sagte man, dass dies die Zeit sei, in der Geister am einfachsten reisen könnten. Heutzutage aber macht man Jesa meist aus Bequemlichkeit der Lebenden zur Zeit des Abendessens, d.h. nach Sonnenuntergang zwischen 8 und 9 Uhr, damit man die Familie leichter versammeln kann.

Reihenfolge der Durchführung
1. Nachdem das Essen angerichtet und auf dem Tisch aufgestellt ist, versammeln sich die Teilnehmer vor dem Tisch.
2. Nun stellt man ein Foto oder ein Papier mit dem Namen der Vorfahren auf den Tisch, was die Bedeutung der Anrufung oder Einladung der Vorfahren zu Tisch trägt.
3. Nachdem man Räucherstäbchen geopfert und symbolischen Reiswein eingegossen hat, verbeugt man sich, öffnet die Reisschüssel und steckt das Essbesteck in den Reis.
4. Während die Vorfahren nun „essen“, geht man aus dem Raum, verschließt die Tür und gedenkt der Verstorbenen.
5. Nachdem man in den Raum zurückgekehrt ist, beendet man das Essen der Vorfahren und legt die Deckel wieder auf die Speisen.
6. Um die Vorfahren wieder zu verabschieden, verbeugt man sich erneut und verbrennt schließlich das Papier, auf dem der Name steht.
7. Abschließend essen alle Versammelten gemeinsam das Essen. Gern gibt man auch Nachbarn etwas ab und leistet so gleichzeitig etwas Gutes und teilt die Freude des Festes mit anderen.

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