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Koreanisch lernen
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Phonologie

Die Koreanische Sprache besteht aus 9 simplen Vokalen und einer Anzahl an Konsonanten und zudem drei weiteren Arten an Lettern: Einfache, Aspirata und Glottale. Diese Variationen können es für Ausländer sehr schwierig machen, Koreanisch zu lernen. Sie erschweren zudem die Romanisierung, d.h. die Umschrift des Koreanischen in lateinische Buchstaben.

Konsonanten

Achtung: Der Buchstabe o hat eine doppelte Funktion: In der Auslautposition beschreibt er einen Nasal-Konsonanten (ng), während er in der Anlautposition zum Ausdruck bringt, dass die Silbe mit einem Vokal beginnt.

Vokale

Eine weitere Besonderheit des Koreanischen ist, dass es heute keine Konsonanten-Ansammlungen oder Liquide mehr in der Anlautposition geben darf. Als Resultat daraus wird das englische Wort „stop“ in Korea zwangsweise in zwei Silben als „seu-top“ realisiert.

Koreanisch hat mit den Altaischen Sprachen wie bereits angedeutet die Vokalharmonie gemeinsam. Es gibt Berichte, dass die Vokalharmonie im Altkoreanischen strikt eingehalten wurde, aber diese Regeln sind heute deutlich schwächer. Sie spielt trotzdem eine Rolle, insbesondere bei onomatopoetischen Worten, die im Koreanischen so oft vorkommen.

Romanisierung

Koreanisch ist eine schwierige Sprache, wenn man sie umschreiben möchte, da eine Vielfalt an Vokalen und Konsonanten-Phonemen besteht, die zudem in vielen verschiedenen Varianten realisiert sind. Das am meisten verbreitete System der Romanisierung war sicher das McCune-Reischauer-System von 1939, dicht gefolgt vom System des Erziehungsministeriums von 1959. Das erste wurde vor allem in den USA und im Westen allgemein benutzt, das zweite in Korea selbst. Im Jahr 1984 aber wurde das koreanische System in Orientierung am McCune-Reischauer neu gestaltet, sodass die beiden Systeme bis auf einige kleinere Modifikationen praktisch gleich waren.

Im Jahr 2000 aber gab es eine drastische Revision durch die Regierung, die eine Quasi-Rückkehr zum System von 1959 darstellte. Diese war nötig geworden, da durch die rapide Verbreitung von Computern eine Version nötig geworden war, die die diakritischen Zeichen überflüssig macht. Die Romanisierung auf unserer Seite folgt dieser aktuellsten Umschreibung.

Morphologie und Syntax

Koreanisch ist eine sogenannte agglutinierende Sprache, d.h. Suffixe werden an Verb- und Nominalstämme angehängt, um zu konjugieren und deklinieren. So wird auch Suffix an Suffix gehängt, um z.b. andere Höflichkeitsstufen zu bilden, Stimmungen und Aspekte auszudrücken etc. Vokalgradierung, um morphologische Unterschiede klar zu machen (man, men) gibt es im Koreanischen nicht, genauso wenig wie ein Wechsel des Stammes in der Vergangenheit (sing, sang).

Koreanisch ist eine Sprache mit Verbfinalstellung: Das Verb ist also immer der letzte Teil eines Satzes. Außer diesem Verb können alle anderen Bestandteile relativ frei zusammengesetzt werden, auch wenn die normale und bevorzugte Reihenfolge Subjekt-Objekt-Verb ist. Adjektive stehen vor dem Nomen, Adverben vor dem Verb usw. Da das Koreanische keine Relativsätze hat, müssen die Informationen einem Nomen vorausgehen, egal wie lang diese sein mögen. Ein weiteres Charakteristikum des Koreanischen ist das ausgefeilte System an Höflichkeitsstufen. Koreanisch ist wohl die einzige Sprache der Welt, die Höflichkeitsausdrücke für Subjekte und Hörer hat. Obwohl Japanisch ebenfalls viele Höflichkeiten hat, benutzt das Japanische eher Hilfsverben und nicht so wie das Koreanische Suffixe und Infixe.

Vor dem Dorf ist ein hoher Berg
(1) Nomen: Dorf
(2) Nomen: vor
(3) Lokativ-Partikel: in, an, bei
(4) Adjektivstamm: hoch sein
(5) Endung, Markierung des Modifikators
(6) Nomen: Berg
(7) Partikel, Subjekt-Marker
(8) Verbstamm: existieren, vorhanden sein
(9) Finale Satzendung

Vokabular

Das Vokabular des Koreanischen ist zusammengesetzt aus indigenen Wörtern und Lehnwörtern, die das Resultat des Kontakts mit anderen Sprachen darstellen. Die Mehrheit der Lehnwörter ist chinesischen Ursprungs, sino-koreanische Wörter genannt, die vom langen kulturellen Einfluss Chinas zeugen. Im modernen Koreanisch gibt es mehr Wörter, die ursprünglich Chinesisch sind als indigene Wörter. Daher gibt es ein duales System von Sino-Koreanisch und Koreanisch im Lexikon, inklusive zwei Zahlensysteme, die manchmal austauschbar sind, meist aber ganz eigene Anwendungen haben. So wird für die Stunde das rein koreanische Zahleninventar verwendet, für Minuten hingegen das Sino-Koreanische.

Zudem gibt es einen ständigen Einfluss der westlichen Sprachen ins Koreanisch. Technologische und wissenschaftliche Begriffe sind die Mehrheit, aber Lehnwörter haben inzwischen alle Bereiche des Lebens durchdrungen.


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