28.07.2025
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Die koreanische Tempelküche erhält weltweit Aufmerksamkeit als neue Art von K-Food, das Wellness und eine nachhaltige Esskultur anführt. Gerichte werden mit natürlichen, umweltfreundlichen Zutaten zubereitet und priorisiert Gesundheit und die Umwelt, hat aber trotzdem einen köstlichen Geschmack, der Feinschmecker auf der ganzen Welt begeistert. Die Tempelküche wurde jahrhundertelang von buddhistischen Praktizierenden weitergegeben, und aufgrund ihres besonderen Wertes wird derzeit geprüft, sie zu einem immateriellen Kulturerbe zu ernennen.
Erfahrt mehr über die Reize der koreanischen Tempelküche, die auch den weltbekannten Starkoch Eric Ripert und Kang Min-goo, Koreas einzigem 3-Michelin-Sterne-Koch, überzeugt haben, und verschiedene Möglichkeiten, sie selbst einmal zu probieren!

Koreanische Tempelküche (Quelle: Photo Korea - Alexbundo)
Die Tempelküche ist eine kulinarische Tradition, die den Geist des Buddhismus enthält und von den Tempeln weitergegeben wurden. Entsprechend des buddhistischen Prinzips der Gewaltlosigkeit sind in der Tempelküche keinerlei tierische Produkte (ausgenommen Milch) sowie keine Osinchae (die sogenannten „fünf stechend riechenden Gemüse“, also Frühlingszwiebeln, Knoblauch, Schnittlauch, wilder Schnittlauch und Asant) enthalten. Außerdem werden anstatt künstlichen Geschmacksverstärkern natürliche Zutaten wie Pilze, Kelp, Perillasamen etc. zum Würzen der Gerichte genutzt. Die Tempelküche kann sich je nach buddhistischem Kulturgebiet unterscheiden, charakteristisch für die koreanische Tempelküche ist die Nutzung von fermentierten Zutaten und lokal angebauten Erzeugnissen.
Da die Tempelküche den Mönchen vorbehalten war, war sie für die Öffentlichkeit nicht so leicht zugänglich. Seit das Interesse an Tempelgerichten zugenommen hat und die Tempelküche als eine besondere kulinarische Tradition anerkannt wurde, gibt es nun jedoch viele Orte und Möglichkeiten, die Tempelküche zu erleben.
│Balwoo Gongyang (Seoul)

Balwoo Gongyang am Tempel Jogyesa (Quelle: Balwoo Gongyang)

Balwoo Gongyang am Tempel Jogyesa (Quelle: Balwoo Gongyang)

Tempelgerichte für den Frühling (Quelle: Balwoo Gongyang)
Balwoo Gongyang ist ein Restaurant für Tempelküche und wird vom Jogye-Orden des koreanischen Buddhismus, dem größten buddhistischen Orden Koreas, betrieben. Es gibt vier verschiedene Gängemenüs (Seonsik, Wonsik, Maeumsik und Heesik), die nach den Stufen zur Erleuchtung benannt sind. Sie bieten eine Vielfalt an gesunden Gerichten, bei denen der natürliche Geschmack der einzelnen Zutaten perfekt zur Geltung gebracht wird. Die Spezialität des Restaurants ist Pilz-Gangjeong, mit knuspriger Panade, zarten Pilzen und köstlicher Marinade. Es ist ein perfekter Ort, um die Tempelküche zu probieren, und es wurde nicht nur mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet sondern sogar vom amerikanischen Schauspieler Richard Gere besucht.
■ Balwoo Gongyang
Empfehlenswerter Tempel in der Nähe: Tempel Jogyesa

Tempel Jogyesa (Quelle: Photo Korea - Kim Jiho)

Buddhisten beim Beten unter Laternen (Quelle: Photo Korea – Lee Seong-sam)

Buddhisten beim Beten unter Laternen (Quelle: Photo Korea – Lee Seong-sam)
Der Tempel Jogyesa befindet sich im Zentrum von Seoul und ist der Haupttempel des Jogye-Ordens. Trotz seiner Lage inmitten der Innenstadt und umgeben von modernen Hochhäusern bietet er einen friedlichen Ort zum Erholen. Bei einem Spaziergang durch das Tempelgelände kann man unter anderem die Halle Daeungjeon, in ihrer Größe vergleichbar mit der Halle Geunjeongjeon des Palastes Gyeongbokgung, und Kulturgüter wie das Gemälde des Sakyamuni-Buddhas und die sitzende Buddha-Statue aus Holz bestaunen. In der Nähe befinden sich außerdem tolle Sehenswürdigkeiten wie die Kulturstraße Insa-dong, die Hanok-Straße Ikseon-dong und das Hanok-Dorf Bukchon, die die traditionelle Schönheit Koreas zeigen.
│Yeonhwa Baru (Gyeongju)

Yeonhwa Baru (Quelle: Yeonhwa Baru)

Sanchae-Bibimbap (Quelle: Yeonhwa Baru)
Das Restaurant Yeonhwa Baru in Gyeongju wird sowohl von Anwohnern als auch Mönchen besucht. Es nutzt reine, natürliche Zutaten und bietet Gerichte, die zeigen, dass man auch ohne Fleisch köstliche Mahlzeiten genießen kann. Die Spezialität des Hauses ist Baru Teukjeongsik, ein Gängemenü mit verschiedenen vegetarischen Gerichten wie Tangsui (frittierte Pilze mariniert in süßlicher Soße), Dotorimuk (Eichelgelee) mit saisonalen Namul (eingelegtes Gemüse) und Sanchae-Bibimbap (Bibimbap mit sechs verschiedenen Wildgemüse). Nach dem Essen kann man die Vergangenheit und Gegenwart dieser Stadt mit über 1.000 Jahren Geschichte an Orten wie der Grabanlage Daereungwon, der Sternwarte Cheomseongdae, der Straße Hwangnidan-gil und mehr erkunden.
■ Yeonhwa Baru
Empfehlenswerter Tempel in der Nähe: Tempel Bulguksa

Tempel Bulguksa (Quelle: Gyeongju-si)

Sitzende Buddha-Statue in der Grotte Seokguram (Quelle: Korea Tourism Organization)
Der Tempel Bulguksa ist ein repräsentativer Tempel Koreas und ein UNESCO Welterbe mit einer akribischen Konstruktion, die für die damalige Zeit fast unvorstellbar scheint. Man kann überall die Schönheit buddhistischer Architektur sehen, darunter Nationalschätze wie die Brücken Yeonhwagyo und Chilbogyo und die Pagode Dabotap. Bei einem Besuch des Tempels sollte man unbedingt auch die Grotte Seokguram besichtigen, denn hier befindet sich die steinerne sitzende Buddha-Statue, die als größtes Meisterwerk der östlichen buddhistischen Kunst gilt. Vor der Halle Geungnakjeon ist eine Statue eines Glücksschweins, das Wünsche erfüllen soll.


Templestay-Teilnehmer bei Balwoo Gongyang (Quelle: Getty Images Bank)
Die Tempelküche ist nicht nur die Ernährungsweise der Mönche sondern auch ein Teil der buddhistischen Praxis selbst. Um die Essenz der Tempelküche wirklich zu verstehen, lohnt es sich, den Alltag von Mönchen selbst zu erleben. Es gibt viele Tempel, die mit Templestay-Programmen die Möglichkeit bieten, die koreanische buddhistische Kultur genauer kennen zu lernen. Die Programme lassen sich meist in drei verschiedene Arten aufteilen: bei den Erlebnisprogrammen nimmt man aktiv am Tempelleben teil, während man bei Erholungsprogrammen nach minimalen Aktivitäten Zeit für sich hat, und die Tagesprogramme bieten einen Einblick in das Tempelleben innerhalb von drei Stunden.
■ Templestay
│Tempel Baegyangsa (Jangseong)

Pavillon Ssanggyeru und Berg Baegamsan (Quelle: Photo Korea - Kim Jiho)

Tempel Baegyangsa (Quelle: Photo Korea – IR Studio)
Der Tempel Baegyangsa befindet sich innerhalb des Nationalparks Naejangsan und ist bekannt für seine wunderschöne Landschaft, die ihn einst zu einem der acht Aussichtspunkte Joseons machte. Besonders beeindruckend ist der harmonische Anblick des Pavillons Ssanggyeru am Eingang des Tempels, der sanft fließende Teich und die steilen Felsklippen im Hintergrund. Obwohl der Tempel zu jeder Jahreszeit wunderschön ist, empfiehlt sich ein Besuch vor allem im Herbst, wenn das Herbstlaub den Berg Baegamsan in ein farbenfrohes Meer verwandelt. Er ist außerdem ein spezialisierter Tempel für Tempelküche und daher ein beliebter Ort für Templestays.
Templestay-Programme

Tee mit Mönchen (Quelle: Baegyangsa Temple)

Tee mit Mönchen (Quelle: Baegyangsa Temple)

Kochkurs mit Jeongkwan Snim (Quelle: Baegyangsa Temple)
① Let go and Love yourself through Meditation (Erlebnis)
Bei diesem Programm werden Körper und Seele mithilfe von Zen-Meditation und auf Basis der Philosophie, das eigene wahre Selbst zu finden, beruhigt. Nehmt euch Zeit für etwas Meditation, gönnt euch einen entspannenden Spaziergang durch den Wald am Tempel Baegyangsa und lasst euren Körper und eure Seele zur Ruhe kommen.
② Experience Temple Food and Culture with Ven. Jeong Kwan (Erlebnis)
Hört den Lehren von Jeongkwan Snim zu und genießt dabei köstliche Tempelgerichte. Jeongkwan Snim vom Tempel Baegyangsa ist eine Meisterin der koreanischen Tempelküche, die mit dem James Beard Award, dem Oscar der Gastronomie-Szene, ausgezeichnet wurde. Sie war auch in der Netflix-Doku „Chef’s Table“ zu sehen, und daher reisen Menschen aus aller Welt an, um ihr Essen zu probieren. Reserviert daher unbedingt weit im Voraus, wenn ihr an diesem Programm teilnehmen möchtet!
③ As it is (Erholung)
Dieses Programm bietet Erholung inmitten der friedlichen Atmosphäre eines Tempels und umgeben von der wunderschönen Natur. Die Teilnahme an Aktivitäten ist freiwillig, und das Programm eignet sich vor allem für diejenigen, die dem Alltagsstress entkommen und Ruhe in der Natur finden möchten.

Tempel Donghwasa (Quelle: Photo Korea - Kim Jiho)

Buddha-Statue Bhaisajyaguru (Quelle: Photo Korea - Kim Jiho)
Der Tempel Donghwasa hat eine der längsten Geschichten der Tempel in der Region von Yeongnam und ist der größte Tempel in Daegu. Es kommen stets viele Besucher hierher, um zu beten oder nahegelegene Sehenswürdigkeiten wie die Felsen Gatbawi und Sowonbawi zu sehen. Der Tempel zählt zu den 10 besten Reisezielen in Ostasien und besitzt viele Kulturgüter, darunter die 33m große Buddha-Statue Bhaisajyaguru. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln lässt sich der Tempel bequem von der Innenstadt Daegus erreichen, sodass er auch ein beliebter Ort für Templestays ist.
Templestay-Programme

Tee mit Mönchen (Quelle: Donghwasa Temple)

Kochkurs für Tempelgerichte (Quelle: Donghwasa Temple)

Kochkurs für Tempelgerichte (Quelle: Donghwasa Temple)
① Making 108 Prayer Beads (Erlebnis)
Lernt mit den 108 Kniefällen Demut und eine neue Geisteshaltung. Mit jeder Verbeugung wird eine Gebetsperle gefädelt und für Glück für euch und euren Lieben gebetet.
② Making and Tasting Healthy Temple Food (Erlebnis)
Bereitet selbst Gerichte der Tempelküche mit frischen und gesunden Zutaten zu. Danach könnt ihr einen erholsamen Spaziergang durch den Wald genießen und Energie für Körper und Seele tanken.
③ Stay in Buddhist Temple (Erholung)
Mit diesem Programm könnt ihr das Gleichgewicht von Körper und Seele wiederherstellen, indem ihr sie frei und natürlich fließen lässt. Vergesst den Stress des Alltags und gönnt euch eine erholsame Auszeit.
- Selbst mitbringen: Pflegeprodukte, Handtuch, Baumwollshirt, Socken, Turnschuhe, Wasserflasche, Hausmedikamente, Ladegerät und sonstige persönliche Gegenstände
- Verhaltensregeln im Tempel
Die buddhistische Kultur wurde lange Zeit als streng und autoritär wahrgenommen, doch sie hat sich in letzter Zeit zu einem Trend jenseits religiöser Grenzen entwickelt, der vor allem jüngere Generationen mit trendigen Produkten und Events anspricht. Auch die Tempelküche erfreut sich als vegetarische Ernährungsform großer Beliebtheit auf sozialen Netzwerken, und so entstehen immer mehr Kochkurse für Tempelgerichte.
│ Erlebniszentrum für koreanische Tempelküche

Teilnehmer am Kochkurs für Tempelgerichte (Quelle: Korea Temple Food Center)

Ausstellung mit einer Nachstellung einer traditionellen Küche (Quelle: Korea Temple Food Center)
Das Erlebniszentrum für koreanische Tempelküche ist ein Kulturkomplex inmitten von Seoul, in dem man mehr über die 1.700 Jahre alte Tempelküche lernen kann. Es bietet verschiedene Ausstellungen und Erlebnisprogramme sowie Kochkurse für Tempelgerichte, und da es monatliche und dauerhafte Programme gibt, kann man Kurse je nach Reiseplan und gewünschten Gerichten auswählen. Wenn ihr euch für eine gesunde und umweltfreundliche Ernährungsweise interessiert, könnt ihr hier nützliche Rezepte der koreanischen Tempelküche kennen lernen.
■ Erlebniszentrum für koreanische Tempelküche
Tipps für diejenigen, die mehr von der koreanischen buddhistischen Kultur erleben
[Regionalfestival für Zen-Meditation]
Dieses Festival findet in Tempeln in ganz Korea statt, um die buddhistische Kultur und Zen-Meditation bekannter zu machen. Es werden verschiedene Erlebnisprogramme zum Thema Zen-Meditation angeboten, mit denen man Frieden und Gleichgewicht von Körper und Seele finden kann.
[Jingwansa Gukhaeng Suryukjae]
Suryukjae ist ein buddhistisches Ritual, bei dem Gebete und Speisen für die verlorenen Seelen und hungrigen Geister, die auf Land und Wasser herumirren, angeboten werden. Das Ritual Gukhaeng Suryukjae im Tempel Jingwangsa ist ein immaterielles Kulturerbe und bietet die Möglichkeit, diese langjährige buddhistische Tradition zu erleben.
* Die Informationen in diesem Artikel sind auf dem Stand von Juni 2025 und können sich seitdem geändert haben. Daher solltet ihr euch vor eurer Reise unbedingt noch einmal informieren.