23.04.2024
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Geschichte_Tradition
Palast_Gyeongbokgung
Bahnhof_Anguk
Seochon
Tongin_Markt
Der Palast Gyeongbokgung ist ein repräsentatives Kulturerbe Koreas. Hier lebten und regierten einst die Könige der Joseon-Zeit, und auch heute noch ist seine Pracht inmitten der Hochhäuser von Seoul zu sehen. In der Umgebung des Palasts, die sich grob in die Gegenden Seochon und Bukchon aufteilen lässt, gibt es viele Erlebnis- und Ausstellungsräume sowie Restaurants, die bei der jüngeren Generation beliebt sind. Die Erkundung dieser Gegenden voller historischer Orte kann noch unvergesslicher werden, wenn man sich ein Hanbok ausleiht.
Seochon ist ein Dorf im Westen des Palastes, das man vom westlichen Tor Yeongchumun erreichen kann. In dieser Gegend lebten früher viele Künstler, und so gibt es hier viele niedliche einstöckige Gebäude und eine gemütliche Atmosphäre, die einen interessanten Kontrast zur prächtigen und lebhaften Stimmung der Innenstadt bilden. Seit einiger Zeit erfreut sich Seochon großer Beliebtheit unter jüngeren Touristen, da die alten Gebäude in schicke Boutiquen, Galerien und Cafés umgewandelt wurden.
Der erste Stopp ist Ground Seesaw Seochon, das bekannt für interessante Ausstellungen wie „Photograps by YOSIGO: Holiday Memories“ und „Accidentally Wes Anderson“ ist. Das Gebäude wurde im Jahre 2020 mit dem Hauptpreis des „Seoul Architecture Awards“ für seine architektonische Schönheit anerkannt. Im Zentrum des Gebäudes sind ein Teich und ein Garten angelegt, die eine friedliche Atmosphäre wie in einem Wald schaffen.
Wenn man die Gassen verlässt, kommt man zu einem unscheinbaren zweistöckigen Haus im westlichen Stil mit einem kleinen Schild. Hier befindet sich die koreanische Filiale der französischen unabhängigen Buchhandlung ofr, die mit aufeinander gehäuften, seltenen Büchern in verschiedenen Sprachen, Designpostern an Wänden, wo die Farbe abgeblättert ist, und willkürlich aufgehängten, farbenfrohen Tragetaschen eine lässige und dennoch schicke Atmosphäre bietet. Die selbstgedruckten T-Shirts, niedlichen Accessoires und Dekoartikel eignen sich perfekt als Souvenirs.
Die Buchhandlung Daeo ist der wohl „analogste“ Ort im Retroviertel Seochon. Das alte Hanok-Gebäude mit dem kaum noch lesbaren Schild, der Orgel des alten Besitzerehepaares und den mit Perlmutt dekorierten Schränken erzählt die Geschichte des Geschäfts seit dem Jahre 1951. Aufgrund der einzigartigen Atmosphäre wurde hier das Albumcover für „A Flower Bookmark“ von IU gedreht. Heute wird die ehemalige Buchhandlung als Büchercafé betrieben, das mit der Bestellung eines Getränks zugänglich ist.
Innerhalb von nur zwei Minuten Fußweg von der Buchhandlung Daeo gelangt man zum Tongin-Markt, der über 100 Jahre alt ist. Die köstlichen Gerüche, die vom Markt ausgehen, machen es unmöglich, einfach an ihm vorbei zu gehen. Besonders bekannt ist das Gericht Gireum Tteokbokki, bei dem scharfe Reiskuchen in Öl gebraten werden. Im Vergleich zu üblichen Tteokbokki hat dieses keine flüssige Soße und die Reiskuchen sind eher knusprig, sodass man ein ganz neues Geschmackserlebnis genießen kann. Mit der Yeopjeon-Lunchbox kann man sich seine eigene Lunchbox mit verschiedenen Gerichten des Marktes zuusammenstellen. Yeopjeon sind Münzen, die früher während der Joseon-Zeit genutzt und für die Nutzung auf dem Markt nachgestellt wurden. Da die Informationen in verschiedenen Sprachen verfügbar sind, können auch Touristen sorgenlos an diesem Erlebnis teilnehmen.
[ofr Seoul]
[Buchhandlung Daeo]
* Dosirak-Café
Bukchon ist eine weitere Gegend, die man gut zusammen mit dem Palast Gyeongbokgung besichtigen kann. Im Vergleich zu Seochon sind die Hanok-Gebäude hier besser erhalten geblieben und es gibt Parks, eine Caféstraße und vieles mehr zu sehen. Ursprünglich führte das Tor Geonchunmun im Osten des Palastes zu Bukchon, heute muss man jedoch den Eingang des nationalen Volkskundemuseums nutzen.
Die Hauptattraktion der Gegend ist zweifellos das Hanok-Dorf Bukchon, wo einst die Königsfamilie, Yangban (koreanischer Adel) und Regierungsbeamte der Joseon-Zeit lebten. Bei traditionellen Hanoks ist der Innenhof für alle sichtbar, doch die meisten Gebäude des Dorfes wurden im städtischen Stil mit hohen Mauern für mehr Privatsphäre gebaut. Von der Fotozone am Gipfel des Hügels kann man die Hanok-Gebäude und den Namsan Seoul Tower in einem einzelnen Bild erfassen. Da das Hanok-Dorf ein Wohngebiet ist, sollte man Lärm und Störungen auf ein Minimum halten und die Gebäude nicht unerlaubt betreten.
Wenn man vom Palast über das Informationszentrum des Dorfes zu Bukchon kommt, wird man am Eingang zu einer Gasse von einem herrlichen Duft begrüßt. GRANHAND. ist eine koreanische Parfümmarke, die besonders bei der jüngeren Generation beliebt ist und acht Filialen in Seoul betreibt. Das erste Geschäft wurde im Jahre 2014 in Bukchon eröffnet, und sie ist die einzige Filiale, die sich in einem Hanok-Gebäude befindet. Hier werden Produkte wie Parfüme, Duftverteiler, Kerzen und Öle verkauft. GRANHAND. ist bekannt dafür, dass die Produkte wie Werke der Literatur beschrieben werden, doch leider sind die Beschreibungen nur auf Koreanisch. Besucher können Duftproben machen und so nach ihrem Lieblingsduft suchen. Die Kerze in Form eines Tonkruges gibt es nur in der Filiale in Bukchon und ist ein tolles Souvenir oder Geschenk.
Bei der Gasse zum nationalen Museum für zeitgenössische Kunst gibt es ein Restaurant für Gukbap (Reissuppe), ein Lieblingsgericht vieler Koreaner. Anam gehört zu den Bib Gourmand Restaurants im Guide Michelin Seoul 2024 und serviert Dwaeji Gukbap (Reissuppe mit Schweinefleisch) mit grünlicher Suppe anstatt einer weißen oder roten Suppe, die sonst üblich sind. Die grüne Farbe kommt von dem Öl, das im Winter aus Cheongyang-Chili und Grünkohl und im Sommer aus Cheongyang-Chili und Fuchsschwanz hergestellt wird. Je nach Belieben kann man auch Koriander hinzufügen.
Wer nach der Mahlzeit noch ein Dessert und Tee genießen möchte, sollte zu Onion Anguk. Dieses Bäckerei-Café befindet sich in einem traditionellen Hanok-Gebäude mit moderner Atmosphäre. Es gibt Sitzplätze auf der Terrasse oder an Tischen, doch am beliebtesten sind die Plätze auf dem Daecheongmaru (Holzboden in der Mitte des Hanoks). Unter den vielen Gebäcken sind besonders Ang Butter (Gebäck mit roter Bohnenpaste und einer Scheibe Butter) und Pandoro empfehlenswert. Zusammen mit einem kalten Americano oder Milchtee, der Spezialität des Cafés, wird alles noch genüsslicher. [GRANHAND. Bukchon] [Anam] [Onion Anguk]
Bukchon
* Bitte habt Rücksicht auf die Bewohner und haltet euch an die Öffnungszeiten.
Wenn ihr vorhabt, einen der Königspaläste zu besichtigen, solltet ihr euch ein Hanbok ausleihen. Der Eintritt für die Paläste in Seoul ist für Personen im Hanbok nämlich kostenlos! Bis zum 4. Mai findet die spezielle Nachteröffnung am Palast Gyeongbokgung statt, die ihr ebenfalls nicht verpassen solltet.
Empfehlenswerter Hanbokverleih: Hanboknam Gyeongbokgung
Dieser Hanbokverleih hat 8.000 Bewertungen von ausländischen Touristen und bietet neben traditionellen Hanboks auch Hanboks bekannter Figuren und mehr. Die Webseite ist auf Koreanisch, Englisch, Japanisch und Chinesisch verfügbar und man kann das Geschäft auch über seinen KakaoTalk Channel erreichen.
- Adresse: 133-5, Sajik-ro, Jongno-gu, Seoul (서울특별시 종로구 사직로 133-5)
- Anfahrt: Vom U-Bhf. Gyeongbokgung (Linie 3), Ausgang 4 sind es ca. 61m.
- Kosten: traditionelles Hanbok 4 Stunden 20.000 Won, ganzen Tag 30.000 Won / Thema-Hanbok 4 Stunden 40.000 Won, ganzen Tag 50.000 Won
- Anfragen: +82-10-6485-8507 / KakaoTalk Channel: Hanboknam
- Webseite: hanboknamglobal.com (Kor, Eng, Jap, Chn)
* Die Informationen in diesem Artikel sind auf dem Stand von April 2024 und können sich seitdem geändert haben. Daher solltet ihr euch vor eurer Reise unbedingt noch einmal informieren.